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Türkische Possessivsuffixe: -im, -in, -i erklärt

Wie die türkischen Possessivsuffixe einem Substantiv einen Besitzer anfügen — die vierfache Vokalharmonie, die den Bindevokal formt, warum dieser Vokal nach einem Vokal wegfällt, während die dritte Person ein -s- gewinnt, und warum evi zugleich „sein Haus" und „das Haus" bedeutet.

Ekle ·

Das Türkische markiert den Besitz mit einem Suffix an dem Substantiv, das besessen wird — eine eigene Endung für jede Person, ausgewählt und geformt durch die Vokalharmonie.

Was die Possessivsuffixe leisten

Das Türkische hängt die Possessivendung an das an, was besessen wird, nicht an den Besitzer. evim heißt „mein Haus" und evimiz heißt „unser Haus" — das Substantiv ev bleibt unverändert, und die Endung leistet die Arbeit: Sie benennt zugleich, was besessen wird und wer es besitzt. Für jede der sechs Personen gibt es eine solche Endung.

Der Bindevokal harmoniert in vier Formen

Nach einem Konsonanten beginnt jede Endung mit einem hohen Bindevokal, und dieser Vokal übernimmt sowohl die Vorderlage als auch die Rundung des letzten Vokals im Substantiv. Die Endung der ersten Person zeigt alle vier Formen: -ım an einem hinteren ungerundeten Stamm, also kızım; -im an einem vorderen ungerundeten, also evim; -um an einem hinteren gerundeten, also okulum; und -üm an einem vorderen gerundeten, also gözüm.

Letzter VokalEndung der ersten PersonBeispiel
a · ı-ımkızım
e · i-imevim
o · u-umokulum
ö · ü-ümgözüm

Die Tabelle zeigt dies an der Endung der ersten Person, und dieselbe vierfache Wahl durchzieht den Bindevokal jeder anderen Person. Lies den letzten Vokal des Substantivs, und die Endung ergibt sich von selbst.

Wenn das Substantiv auf einen Vokal endet

Endet das Substantiv bereits auf einen Vokal, hat der Bindevokal nichts zu tun und fällt weg: araba nimmt ein bloßes -m und ergibt arabam, „mein Auto". Behält man den Bindevokal hier bei, arabaım, ist das kein Türkisch.

Die Endung der dritten Person verhält sich umgekehrt. Ihr Vokal gehört zum Suffix und bleibt daher erhalten; damit er nicht mit dem letzten Vokal des Stammes zusammenstößt, tritt ein -sı mit einem Pufferkonsonanten ein, und aus araba wird arabası, „sein Auto". arabaı mit den zwei aneinanderstoßenden Vokalen zu schreiben, ist im Türkischen nicht möglich.

TürkischBestandteileDeutsch
arabamaraba + mmein Auto
arabasıaraba + sısein, ihr oder dessen Auto

Die sechs Personen nebeneinander

TürkischBestandteileDeutsch
evimev + immein Haus
evinev + indein Haus (ein Besitzer)
eviev + isein, ihr oder dessen Haus
evimizev + imizunser Haus
evinizev + inizeuer Haus (mehrere Besitzer oder höflich)
evleriev + ler + iihr Haus / ihre Häuser

Ein einziges Substantiv, ev, trägt sechs verschiedene Besitzer, wobei sich nichts ändert als die Endung. Die letzte davon, evleri, wird aus dem Kontext gelesen: Sie deckt „ihr Haus", „ihre Häuser" und „seine Häuser" gleichermaßen ab.

Den Possessiv vom Akkusativ unterscheiden

Der Possessiv der dritten Person teilt seine Gestalt mit dem Akkusativ, der Endung, die ein bestimmtes Objekt markiert. Nach einem Vokal bleiben die beiden getrennt, weil jeder seinen eigenen Puffer nimmt: arabası trägt einen Puffer -s- und heißt „sein Auto", während arabayı einen Puffer -y- trägt und „das Auto" als bestimmtes Objekt heißt. Nach einem Konsonanten gibt es keinen Puffer, der sie auseinanderhält, sodass evi entweder „sein Haus" oder „das Haus" ergibt — nur der umgebende Satz entscheidet.

Das ist nur ein Hinweis zur Abgrenzung; der Akkusativ ist ein eigenes Thema. Was man mitnehmen sollte: evi für sich allein ist mehrdeutig, während arabası und arabayı jeweils genau eine Sache sagen.

TürkischBestandteileDeutsch
eviev + isein Haus — oder das Haus als Objekt
arabasıaraba + sısein Auto

Das Besitzerpronomen ist optional

Die Endung benennt den Besitzer bereits, deshalb lässt das Türkische das Besitzerpronomen meist weg: evim für sich allein heißt „mein Haus". Man kann benim, „mein", davorstellen, doch das legt Gewicht auf den Besitzer — „mein Haus, nicht deins" —, wo die Endung allein schon verstanden würde.

Häufige Fragen

Welches Possessivsuffix gehört zu welcher Person?
Jede Person hat ihre eigene Endung am Substantiv: evim „mein Haus", evin „dein Haus", evi „sein, ihr oder dessen Haus", evimiz „unser Haus", eviniz „euer Haus" für mehr als eine Person oder aus Höflichkeit, und evleri „ihr Haus". Nach einem Konsonanten harmoniert der Bindevokal in vier Formen; nach einem Vokal fällt er weg.
Warum heißt es arabası und nicht arabaı?
Weil araba auf einen Vokal endet und die Endung der dritten Person ihren eigenen Vokal mitbringt. Das Türkische lässt an der Nahtstelle nicht zwei Vokale aufeinandertreffen, deshalb schiebt sich ein Puffer -s- dazwischen und ergibt arabası. Die Form arabaı, mit den sich berührenden Vokalen, ist kein Türkisch.
Bedeutet evi 'sein Haus' oder 'das Haus'?
Beides ist möglich. Nach einem Konsonanten fallen der Possessiv der dritten Person und der Akkusativ zusammen, sodass evi zugleich „sein Haus" als Possessiv und „das Haus" als bestimmtes Objekt ist, und der umgebende Satz entscheidet. Nach einem Vokal trennen sie sich, wo arabası „sein Auto" ist und arabayı „das Auto".
Brauche ich benim, um 'mein Haus' zu sagen?
Nein. Die Endung trägt die Person bereits, deshalb ist evim für sich allein vollständig „mein Haus". benim „mein" fügt man nur hinzu, um zu betonen, wer der Besitzer ist, nicht um verstanden zu werden — das leistet das Suffix von selbst.

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