Türkischer Akkusativ: -ı, -i, -u, -ü erklärt
Wie das türkische Akkusativsuffix funktioniert — wann ein direktes Objekt es nimmt, die vierfache Vokalharmonie, der Puffer -y- nach einem Vokal, die Konsonantenerweichung und der Apostroph bei Eigennamen.
Ekle ·
Der Akkusativ markiert ein direktes Objekt, das bestimmt und identifizierbar ist — eine bestimmte Sache, nicht irgendeine ihrer Art — und sein Vokal folgt der Vokalharmonie in vier Formen.
Was der Akkusativ leistet
Das ganze Thema dreht sich um einen einzigen Gegensatz. kitabı okudum heißt „ich habe das Buch gelesen" — ein bestimmtes Buch, das wir beide im Sinn haben, und die Endung am Substantiv ist es, die es definit macht. Nimm die Endung weg, und du erhältst kitap okudum, „ich habe ein Buch gelesen" oder einfach „ich habe gelesen", ohne ein bestimmtes Buch im Blick.
Ein unbestimmtes Objekt bleibt endungslos, und eine Zahl davorzustellen ändert nichts: bir kitap okudum heißt „ich habe ein Buch gelesen", weiterhin ohne Endung, denn „ein Buch" benennt kein bestimmtes. Der Akkusativ ist das Zeichen dafür, dass die Frage welches geklärt ist.
Die Vokalharmonie wählt den Vokal
Ein Suffix, vier Schreibweisen, und der letzte Vokal des Stammes entscheidet, welche. Ein hinterer ungerundeter Vokal nimmt -ı, ein vorderer ungerundeter -i, ein hinterer gerundeter -u und ein vorderer gerundeter -ü. Der Suffixvokal übernimmt einfach die Vorder- oder Hinterlage und die Rundung des Vokals davor.
| Letzter Vokal | Akkusativsuffix | Beispiel |
|---|---|---|
| a · ı | -ı | kitabı |
| e · i | -i | evi |
| o · u | -u | okulu |
| ö · ü | -ü | gözü |
Ein Puffer und die Konsonantenerweichung
Endet der Stamm auf einen Vokal, schiebt sich ein Puffer-y dazwischen, damit nie zwei Vokale nebeneinanderstehen: aus araba wird arabayı. Lässt man den Puffer weg, landet man beim falschen arabaı, das niemand sagt.
Ein Stamm, der auf p, ç, t oder k endet, erweicht diesen letzten Konsonanten vor dem Suffix, weil die Endung mit einem Vokal beginnt: das p von kitap wird zu b in kitabı, und das k von köpek wird zu einem weichen g in köpeği. Vergisst man die Erweichung, schreibt man das falsche kitapı.
Fünf durchgerechnete Formen
Jede davon ist ein definites Objekt — ein bestimmtes — und trägt daher den Akkusativ. Lies jede als Antwort auf die Frage welches.
| Türkisch | Bestandteile | Deutsch |
|---|---|---|
| kitabı | kitab + ı | das Buch |
| evi | ev + i | das Haus |
| arabayı | araba + yı | das Auto |
| gözü | göz + ü | das Auge |
| köpeği | köpeğ + i | der Hund |
Eigennamen bekommen einen Apostroph
Bei einem Eigennamen wird der Akkusativ hinter einem Apostroph geschrieben, der den Namen optisch unversehrt lässt: Ahmet'i ist „Ahmet" als Objekt des Satzes. Die Harmonie wählt den Vokal weiterhin nach dem letzten Vokal des Namens; der Apostroph ändert nur die Schreibung.
| Türkisch | Bestandteile | Deutsch |
|---|---|---|
| Ahmet'i | Ahmet + i | Ahmet (als Objekt) |
Wo er sich mit dem Possessiv überschneidet
Nach einem Konsonanten sehen der Akkusativ und der Possessiv der 3. Person gleich aus. evi kann „das Haus" als Objekt sein oder „sein Haus" als Possessiv, und nur der umgebende Satz sagt dir, welches. Nach einem Vokal fallen die beiden auseinander, wo jeder zu einem anderen Puffer greift: arabayı ist „das Auto" als Objekt, mit dem Puffer-y, während arabası „sein Auto" ist, mit einem Puffer-s.
Das ist nur ein Hinweis zur Abgrenzung — der Possessiv ist ein eigenes Thema. Das Einzige, was man mitnehmen sollte: eine Form wie evi ist für sich allein mehrdeutig, eine Form wie arabayı nicht.
| Türkisch | Bestandteile | Deutsch |
|---|---|---|
| evi | ev + i | das Haus (Objekt) — oder sein Haus (Possessiv) |
| arabayı | araba + yı | das Auto (Objekt) |
Häufige Fragen
- Wann füge ich das Akkusativsuffix an?
- Wenn das direkte Objekt bestimmt ist — eine bestimmte, identifizierbare Sache. kitabı okudum heißt „ich habe das Buch gelesen", ein Buch, das wir beide im Sinn haben, also nimmt es das Suffix. kitap okudum heißt „ich habe ein Buch gelesen" oder „ich habe gelesen", ohne ein bestimmtes Buch, also bleibt es endungslos.
- Warum heißt es arabayı und nicht arabaı?
- Weil araba auf einen Vokal endet und das Türkische nicht zulässt, dass an der Nahtstelle zwei Vokale aufeinandertreffen. Ein Puffer-y schiebt sich zwischen Stamm und Endung und ergibt arabayı. Die Form arabaı, mit den kollidierenden Vokalen, ist kein Türkisch.
- Wie lese ich evi — das Haus oder sein Haus?
- Beides ist möglich: evi ist zugleich der Akkusativ „das Haus" und der Possessiv „sein Haus", und der Satz entscheidet. Nach einem Vokal trennen sich die beiden: arabayı ist „das Auto" als Objekt und arabası ist „sein Auto".