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Türkisches Reflexiv: Verben mit -in und -n erklärt

Wie das türkische Reflexiv eine Handlung auf das Subjekt zurücklenkt — die Endung -in nach einem Konsonanten mit ihrer vierfachen Harmonie, das bloße -n nach einem Vokal, Alltagsverben wie giyinmek und yıkanmak, und wie es sich vom passiven Doppelgänger und vom Pronomen kendi abgrenzt.

Ekle ·

Das Reflexiv lenkt die Handlung eines Verbs auf das Subjekt zurück, sodass der Handelnde und derjenige, an dem gehandelt wird, dieselbe Person sind — getragen von einer einzigen Endung am Verb.

Was das Reflexiv bewirkt

Das Reflexiv ist eine Verbform, kein eigenes Wort. Eine einzige Endung am Stamm sagt, dass das Subjekt auf sich selbst einwirkt; wo das Deutsche zu einem „sich" greift — „sich anziehen", „sich waschen" —, faltet das Türkische diese Bedeutung direkt ins Verb: giyinmek heißt „sich anziehen" und yıkanmak heißt „sich waschen".

Jedes dieser Verben beginnt als gewöhnliches transitives Verb — eines, das ein Objekt braucht. Man hängt die Endung an, und das Objekt geht im Subjekt auf: taramak „(jemandem das Haar) kämmen" wird zu taranmak „sich das Haar kämmen". Der Handelnde ist nun zugleich derjenige, der die Handlung empfängt.

Wie die Endung gewählt wird

Die Endung hat zwei Gestalten, und der letzte Laut des Stammes entscheidet, welche. Nach einem Konsonanten ist es -in, eine volle Silbe mit eigenem Vokal. Nach einem Vokal ist es der bloße Konsonant -n, der einfach an den Stamm tritt.

Letzter StammvokalNach einem KonsonantenNach einem Vokal
a · ı-ın-n
e · i-in-n
o · u-un-n
ö · ü-ün-n

Der Vokal in der Konsonantenendung übernimmt sowohl die vordere/hintere als auch die gerundete/ungerundete Qualität des letzten Stammvokals, daher erscheint er in allen vier Gestalten — -ın, -in, -un, -ün. Nach einem Vokal gibt es keinen solchen Vokal, der sich anpassen könnte: Die Endung bleibt jedes Mal der einzelne Konsonant -n.

Das Verb bilden

An einen Stamm, der auf einen Konsonanten endet, tritt das vierförmige -in direkt an. giymek „anziehen" ergibt giyinmek, soymak „jemanden entkleiden" ergibt soyunmak, und örtmek „bedecken" ergibt örtünmek — jede Endung vom eigenen Vokal des Stammes gewählt.

An einen Stamm, der auf einen Vokal endet, tritt nur das bloße -n an. taramak „kämmen" ergibt taranmak, und hazırlamak „vorbereiten" ergibt hazırlanmak — der Vokal des Stammes bleibt stehen, und das -n setzt sich ans Ende.

Fünf Verben im Detail

Lies jedes davon als „etwas an sich selbst tun". Der Stamm ist das schlichte transitive Verb; die Endung wendet die Handlung nach innen.

TürkischBestandteileDeutsch
yıkanmakyıka + n + maksich waschen, sich baden
giyinmekgiy + in + meksich anziehen
soyunmaksoy + un + maksich ausziehen, sich entkleiden
örtünmekört + ün + meksich zudecken
taranmaktara + n + maksich das Haar kämmen

Reflexiv und Passiv im Vergleich

Das Passiv kann genauso aussehen wie das Reflexiv. Seine übliche Endung ist -il, doch nach einem Vokal fällt auch das Passiv auf ein bloßes -n zusammen — genau die Endung, die das Reflexiv dort verwendet. So ergibt ein vokalauslautender Stamm eine Form für zwei Diathesen: yıkanmak heißt zugleich „sich waschen" und „gewaschen werden", und erst der umgebende Satz hält sie auseinander.

An einem Konsonantenstamm trennen sich die beiden Diathesen. Das Reflexiv von giymek ist giyinmek „sich anziehen", gebildet mit -in; sein Passiv ist giyilmek „getragen werden", gebildet mit -il. Das eine lenkt die Handlung auf den Träger zurück, das andere sagt, dass das Kleidungsstück von jemand Ungenanntem getragen wird.

Wo ein Verb überhaupt keine reflexive Lesart hat, kann das bloße -n nur Passiv sein: okunmak heißt „gelesen werden", nie „sich selbst lesen". Der Prüfstein ist die Bedeutung — ein Reflexiv sagt immer „sich selbst", ein Passiv sagt „wird getan".

Verbform und Pronomen im Vergleich

Das Türkische hat eine zweite Möglichkeit, „sich selbst" zu sagen: das Reflexivpronomen kendi. Damit bleibt das Verb schlicht und transitiv, und das Pronomen trägt die reflexive Bedeutung als eigenes Objekt. „Sie wusch sich" kann also yıkandı sein — das Reflexiv, ein einziges Wort — oder kendini yıkadı, das schlichte Verb yıkamak mit vorangestelltem Pronomen.

Die Ein-Wort-Form beschränkt sich auf eine kleine Gruppe von Körperpflegeverben und klingt dort am natürlichsten. Das Pronomen kendi ist das allgemeine Werkzeug: Es funktioniert mit jedem transitiven Verb und verleiht Nachdruck — „sie wusch ihre eigene Person". Wo beides möglich ist, ist yıkandı die alltägliche Wahl und kendini yıkadı die nachdrückliche oder kontrastierende.

Verben der täglichen Körperpflege

Das Reflexiv sammelt sich rund um den Tagesablauf — waschen, pflegen, anziehen, fertig machen. Hier begegnet es einem Lernenden am häufigsten, daher lohnt es sich, die Handvoll Verben als Gruppe zu kennen: Ein Morgen könnte yıkandı „hat sich gewaschen" verlaufen, dann taranmak und hazırlanmak.

TürkischBestandteileDeutsch
yıkandıyıka + n + dıer/sie hat sich gewaschen
taranmaktara + n + maksich das Haar kämmen
hazırlanmakhazırla + n + maksich fertig machen

Häufige Fragen

Was ist das Reflexiv im Türkischen?
Es ist eine Verbform, in der das Subjekt auf sich selbst einwirkt — der Handelnde und derjenige, an dem gehandelt wird, sind dieselbe Person. Eine einzige Endung am Stamm trägt die Bedeutung, die das Deutsche mit „sich" ausdrückt: giyinmek heißt „sich anziehen" und yıkanmak heißt „sich waschen". Die Basis ist ein gewöhnliches transitives Verb, und die Endung lenkt seine Handlung auf das Subjekt zurück.
Wann erscheint die Reflexivendung als -in und wann als -n?
Das hängt vom letzten Laut des Stammes ab. Nach einem Konsonanten ist die Endung die volle Silbe -in, die sich vierfach mit dem letzten Stammvokal harmonisiert — -ın, -in, -un, -ün. Nach einem Vokal ist es der bloße Konsonant -n, ohne eigenen Vokal: taramak ergibt taranmak und hazırlamak ergibt hazırlanmak.
Wie unterscheide ich das Reflexiv vom Passiv, wenn sie gleich aussehen?
An der Bedeutung und am Stamm. Das Passiv endet meist auf -il, doch nach einem Vokal fällt es auf dasselbe bloße -n zusammen, das auch das Reflexiv verwendet, sodass yıkanmak entweder „sich waschen" (Reflexiv) oder „gewaschen werden" (Passiv) heißen kann, und der Zusammenhang entscheidet. An einem Konsonantenstamm trennen sie sich: giyinmek mit -in heißt „sich anziehen", während giyilmek mit -il „getragen werden" heißt. Ein Reflexiv heißt immer „sich selbst", ein Passiv heißt „wird getan".
Was ist der Unterschied zwischen dem Reflexiv und dem Pronomen kendi?
Beide sagen, dass das Subjekt auf sich selbst einwirkt, doch sie bauen es unterschiedlich. Das Reflexiv packt die Bedeutung mit einer einzigen Endung ins Verb: yıkandı heißt „sie wusch sich" in einem Wort. Das Pronomen kendi lässt das Verb schlicht und transitiv und fügt ein eigenes reflexives Objekt hinzu — kendini yıkadı, von yıkamak, sagt dasselbe mit Nachdruck. Die Ein-Wort-Form beschränkt sich auf wenige Körperpflegeverben; das Pronomen funktioniert mit jedem transitiven Verb.

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