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Türkische Kopula im Präsens: 'sein' ohne Verb

Wie das Türkische die Präsenskopula ohne Verb "sein" bildet — die sechs Personalendungen, ihre vierstufige Vokalharmonie, der Puffer -y- nach einem Vokal, die Null-Endung der 3. Person gegenüber -dır und die Verneinung mit değil.

Ekle ·

Das Türkische hat im Präsens kein eigenes Verb für "sein"; es hängt eine Personalendung direkt an ein Substantiv oder Adjektiv an.

Was die Präsenskopula leistet

Die Endung tritt direkt an das Prädikat, ohne dass etwas an die Stelle eines Verbs tritt. öğretmen heißt "Lehrer", und öğretmenim heißt "ich bin Lehrer" — das ganze "ich bin" steckt in der Endung -im.

Dieselben Endungen wirken an einem Adjektiv. hasta heißt "krank", und hastayım heißt "ich bin krank". Welche Endung man nimmt, hängt von der Person ab, und ihre genaue Schreibweise vom letzten Vokal des Wortes.

Die vierstufige Vokalharmonie

Der Vokal in jeder Endung ist ein hoher Vokal, und er richtet sich zugleich in zweifacher Weise nach dem letzten Vokal des Wortes — vorn oder hinten, gerundet oder nicht. Nach e oder i lautet die Endung der 1. Person -im; nach a oder ı ist es -ım; nach o oder u ist es -um; und nach ö oder ü ist es -üm. Die Endung der 2. Person geht im Gleichschritt mit und läuft -sin, -sın, -sun, -sün.

Letzter Vokal1. Person Singular2. Person Singular
e · i-im-sin
a · ı-ım-sın
o · u-um-sun
ö · ü-üm-sün

Weil hier neben der vorderen oder hinteren Lage auch die Rundung zählt, nimmt die Endung vier Gestalten an statt nur zwei.

Die sechs Personalendungen

Es gibt sechs Personen, und bei einem Wort, das auf einen Konsonanten endet, tritt die Endung ohne etwas dazwischen an. ben "ich" ergibt öğretmenim und sen "du" ergibt öğretmensin. Die 3. Person o fügt gar keine Endung hinzu: Das bloße Wort öğretmen sagt bereits "er ist Lehrer". biz ergibt öğretmeniz, siz ergibt öğretmensiniz, und onlar nimmt die Pluralendung -ler und ergibt öğretmenler.

PronomenEndungVollform
ben-imöğretmenim
sen-sinöğretmensin
oöğretmen
biz-izöğretmeniz
siz-sinizöğretmensiniz
onlar-leröğretmenler

Der Puffer vor einem Vokal

Die Endungen der 1. Person beginnen mit einem Vokal, sodass ein Wort, das ebenfalls auf einen Vokal endet, zwei Vokale nebeneinander stehen ließe. Ein Puffer -y- tritt zwischen sie, und zwar nur in der 1. Person, im Singular wie im Plural. hasta "krank" wird zu hastayım, iyi "gut" wird zu iyiyim, und öğrenci "Student" wird zu öğrenciyiz.

Ein Wort, das auf einen Konsonanten endet, lässt nichts, was auseinanderzuhalten wäre, sodass kein Puffer erscheint: öğretmen nimmt -im unmittelbar und ergibt öğretmenim. Die Endungen der 2. und 3. Person beginnen alle mit einem Konsonanten und verlangen daher nie den Puffer.

TürkischBestandteileDeutsch
hastayımhasta + y + ımich bin krank
öğrenciyizöğrenci + y + izwir sind Studenten

Die Endungen im Gebrauch

Hier stehen die Endungen an gewöhnlichen Prädikaten, ein Wort je Person.

TürkischBestandteileDeutsch
öğretmenimöğretmen + imich bin Lehrer
hastasınhasta + sındu bist krank
öğrenciyizöğrenci + y + izwir sind Studenten
öğretmensinizöğretmen + sinizihr seid Lehrer

Verneinung mit einem eigenständigen Wort

Das Türkische verneint die Kopula nicht dadurch, dass es die Endung ändert. Es verwendet ein eigenständiges Wort, değil "nicht", und die Personalendung verlässt das Substantiv und landet stattdessen auf değil. So wird aus öğretmenim "ich bin Lehrer" die Form öğretmen değilim "ich bin nicht Lehrer": Das Substantiv öğretmen kehrt in seine bloße Gestalt zurück und değil trägt die -im.

TürkischBestandteileDeutsch
öğretmen değilimöğretmen değil + imich bin nicht Lehrer

Häufige Fehler

Einige Endungen geraten auf vorhersehbare Weise falsch, und jeder Fehler unten hat ein richtiges Gegenstück.

Die Null-Endung der 3. Person und die formelle Endung

In der Alltagssprache trägt die 3. Person keine Endung. o evde heißt "er ist zu Hause" — das Prädikat evde steht für sich, ohne dass etwas hinzukommt.

In förmlichen oder schriftlichen Aussagen kann die 3. Person -dır nehmen. doğru "richtig" wird zu doğrudur "es ist richtig", und güzel "schön" wird zu güzeldir. Diese Endung rahmt eine allgemeine oder amtliche Wahrheit; das gewöhnliche Gespräch behält das bloße Wort.

TürkischBestandteileDeutsch
o evdeo ev + deer ist zu Hause
doğrudurdoğru + dures ist richtig

Häufige Fragen

Wie wähle ich im Türkischen die richtige Personalendung?
Wähle zuerst die Endung für die Person: 1. Person Singular -im, 2. Person -sin, 3. Person nichts, 1. Person Plural -iz, 2. Person Plural -siniz, 3. Person Plural -ler. Der Vokal darin richtet sich dann nach dem letzten Vokal des Wortes, vierfach nach Rundung wie nach vorderer Lage, sodass ein vorderes Wort wie öğretmen öğretmenim ergibt und ein hinteres Wort -ım nimmt.
Wann nimmt die Kopula der 3. Person eine Endung?
Normalerweise nimmt sie nichts: o evde heißt "er ist zu Hause". Die Endung -dır tritt in förmlichen oder schriftlichen Aussagen allgemeiner Wahrheit hinzu, wie in doğrudur "es ist richtig" oder güzeldir "es ist schön". In der Alltagssprache lässt man sie weg.
Wann braucht die Kopula einen Pufferkonsonanten?
Nur in der 1. Person, im Singular wie im Plural, und nur, wenn das Wort auf einen Vokal endet. hasta wird zu hastayım und öğrenci wird zu öğrenciyiz; nach einem Konsonanten ist kein Puffer nötig, also ergibt öğretmen öğretmenim.
Wie sage ich im Türkischen 'ich bin nicht ...'?
Verwende das eigenständige Wort değil und setze die Personalendung darauf, nicht auf das Substantiv. öğretmenim "ich bin Lehrer" wird zu öğretmen değilim "ich bin nicht Lehrer". Über die Personen hinweg läuft es değilim, değilsin, değiliz, değilsiniz und değiller.

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